Konkrete Schritte zur Energiewende

Der Umgang mit Energie muss sich ändern – in allen Lebensbereichen. Zur Energiewende können Staat, Gewerbe und Industrie, aber auch jeder einzelne Verbraucher beitragen. Grün-Strom e.V. fordert deshalb:

  • die angemessene Förderung regenerativer Energien,
  • verstärkte staatliche Förderung von Energiesparmaßnahmen vom Stromsparen bis zur Gebäudesanierung,
    Energieeffizienz und Energieeinsparung in Unternehmen und im öffentlichem Sektor
  • „intelligente Stromnetze“: Ausgleich von Verbrauchsspitzen durch Lastmanagement, Koppelung der Strompreise an die aktuelle Verfügbarkeit regenerativen Stroms, Verbraucherinformation durch intelligente Stromzähler,
  • private und gesellschaftliche Bereitschaft, in erneuerbare Energien zu investieren,
  • individuelles Engagement: gezieltes Energiesparen und den Umstieg auf Ökostrom

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das EEG soll im Sinne des Klima- und Umweltschutzes die Energieversorgung in Deutschland umgestalten. Im Laufe dieses Jahrhunderts sollen fossile Energieträger durch eine nachhaltige, regenerative Energieerzeugung abgelöst werden. Der Staat fördert damit gezielt den Neubau von Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung, und zwar über den Preis für den erzeugten Strom. Anlagenbetreiber erhalten über eine Laufzeit von 20 Jahren eine garantierte Einspeisevergütung. Diese fällt je nach Art der Stromerzeugung und der Erzeugungsleistung unterschiedlich hoch aus.

Mit jedem Jahr des Betriebs nimmt die Förderung um einen gewissen Prozentsatz ab. Je früher eine neue Anlage ans Netz geht, umso höher ist der Anfangsfördersatz. So liegt z.B. im Jahr 2011 die Vergütung für Strom aus neuen Solaranlagen bis 30 kW Leistung bei 28,74 ct/kWh und sinkt jährlich um 13 Prozent1.

Das EEG verpflichtet die Netzbetreiber dazu, Strom aus geförderten Anlagen jederzeit vollständig abzunehmen und ihn vorrangig gegenüber konventionellem Strom ins Netz einzuspeisen. Die Kosten der Förderung trägt die Allgemeinheit. Sie werden als EEG-Umlage auf den Strompreis aufgeschlagen. Die Umlage beträgt derzeit 3,5 ct/kWh. Seit 2000 wurde das EEG mehrfach novelliert, um mit der Entwicklung der erneuerbaren Energien Schritt zu halten. Die jüngst beschlossene Neuauflage soll am 1.1.2012 in Kraft treten.

1 Stand: Juli 2011

Energiewende jetzt

So geht es nicht weiter

Die Atomkatastrophe von Fukushima hat es ein weiteres Mal auf verheerende Weise gezeigt: die Risiken der Kernenergie sind nicht beherrschbar. Gleichzeitig gerät das Klima durch die weiterhin rasant zunehmende Verbrennung von Kohle, Gas und Öl aus dem Gleichgewicht. Die Frage nach der Zukunft unserer Energieversorgung ist heute aktueller und dringlicher denn je. Immer mehr Menschen wird bewusst, dass es so wie bisher nicht weiter gehen kann. Sie fordern nachhaltige und umweltfreundliche Energie aus Wind, Sonne und Wasser – für eine risikofreie Energieversorgung und gegen die globale Bedrohung durch den Klimawandel.

Aktuell liegt der Anteil regenerativer Energie an der Stromerzeugung in Deutschland bei knapp 17 Prozent, beim gesamten Energieverbrauch sind es ca. 11 Prozent. Die Bundesregierung fördert den Ausbau mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und hat jüngst den Atomausstieg bis zum Jahr 2022 beschlossen. Ihr Energiekonzept soll die Energieerzeugung grundlegend verändern. Es ist vorgesehen, dass die Erneuerbaren bis zur Mitte des Jahrhunderts 60 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs und 80 Prozent des Strombedarfs decken.

Energiewende beschleunigen

Die Chancen für eine wirkliche ökologischen Energiewende stehen heute so gut wie nie. Für Grün-Strom e.V. heisst das: Jetzt müssen die entscheidenden Schritte für den schnellstmöglichen Wechsel hin zu 100 Prozent Erneuerbaren erfolgen. Der Fahrplan der Bundesregierung reicht dafür nicht aus. Strom, Wärme und Mobilität aus regenerativen Energiequellen: Dafür braucht es Engagement über den gesetzlichen Rahmen hinaus. Größtes Hemmnis für die Energiewende ist die bestehende Struktur der Energiewirtschaft. Wir müssen weg von der Energieerzeugung in wenigen großen Kraftwerken hin zu vielen dezentralen und regenerativen Anlagen. Das bedeutet: massive Investitionen nicht nur in ökologische Stromgewinnung, sondern auch in den Ausbau der Stromnetze und der Speicherkapazitäten.

Gehen bald die Lichter aus?

Ein solches nachhaltiges Energiesystem muss den Anforderungen des Klimaschutzes, der Versorgungssicherheit und der Wirtschaftlichkeit gerecht werden. Ist die Energiewende in Deutschland in diesem Sinne machbar oder beinhaltet sie unkalkulierbare Risiken für Wirtschaft und Verbraucher? Der Sachverständigenrat für Umweltfragen, ein wissenschaftliches Beratergremium der Bundesregierung, kommt zu dem Schluss: Eine ausschließlich auf erneuerbaren Energiequellen basierende Stromversorgung bis 2050 ist möglich. Die Kosten dafür lägen demnach in 2050 sogar unter denen eines konventionellen Energiemix. „Die Sicherheit der Versorgung kann somit, trotz der Schwankungen in der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, zu jeder Zeit gewährleistet werden.“ (SRU, 2011).